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CVJM

 

10 Fäuste für ein Hallelujah
Bericht vom Zeltlager der Bubenjungschar Weissach in Ingelfingen

An einem Sonntagnachmittag im August kamen 30 Jungschärler auf dem Zeltplatz in Ingelfingen an und tauchten direkt in den wilden Westen zur Zeit des großen Goldrauschs ein. Der glückliche Luke lehnte an der Schwingtür und tippte an seinen Hut, während ein Typ im dunklen Frack und Zylinder alle Neuankömmlinge zentimetergenau vermaß. So hat eben jeder seine Art, Greenhorns zu begrüßen. Zunächst war für Jeden Zeit sich einen Schlafplatz in einem der bereits am Vortag aufgebauten Zelte zu suchen und dann auf eigene Faust den Platz zu erkunden. Und da gab es neben Flora und Fauna auch einige menschliche Bauten zu entdecken. Zum Beispiel die größte Feuerstelle die wir je an einem Zeltplatz hatten (sie sollte noch ausgiebig genutzt werden) oder eine improvisierte Duschkabine, die schon morgens vor Ankunft der Teilnehmer von den Jungscharleitern zusammengezimmert wurde. Spuren von Zivilisation sozusagen.

Nach den ersten Geländespielen und einer leckeren Mahlzeit (inklusive inszenierter Schlägerei im Saloon) sollte es dann auf die Bisonjagd im benachbarten Wald gehen. SOLLTE, denn ein kräftiger Regenschauer zwang erst einmal alle unter die Zeltplanen und zum Warten. Wahre Sturzbäche ergossen sich und auch die Dachrinnen des kleinen Häuschens vermochten die Wassermassen nicht zu bändigen. Das Abendspiel und Lagerfeuer standen auf der Kippe, und erst wenige Stunden auf dem Platz sank die Stimmung vieler Teilnehmer bereits auf den Tiefpunkt. Bis plötzlich ein komplett schmerzfreier Jungscharleiter mit Badehose und Duschgel aus dem Zelt schlenderte und sich in aller Ruhe daran machte, im Strahl der überfließenden Regenrinne eine Dusche zu nehmen. Lautes Gejohle war die Folge und im Nu war die Stimmung gekippt. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Herrn H. aus W. für diese witzige Aktion! Nachdem etwas später dann die Feuchtigkeit zumindest von Oben nachließ, konnte die Bisonjagd doch noch in Angriff genommen werden.

Tags darauf waren alle Teilnehmer gründlich dem Goldrausch verfallen und amüsierten sich darüber wie die Dalton-Brüder jeden Tag aus ihrer Zelle ausbrachen, nur um im Laufe des Tages wegen der nächsten Gaunerei wieder eingebuchtet zu werden. Tatkräftige Unterstützung bei den Ausbrüchen bekamen sie dabei von ihrer Ma, die ihnen so manches Werkzeug im Kuchen versteckt an den Wärtern vorbeischmuggelte (zum Ende des Lagers hin sogar einen kompletten Pickel um den Fluchttunnel zu graben). Abends waren die Jungschärler dann selbst gefragt, das Gesetz zu unterstützen und beim Steckbrief-Geländespiel Jagd auf gesuchte Ganoven zu machen. Je nach Wert des Kopfgeldes waren einige eher leicht, manche aber praktisch gar nicht zu finden.

Am dritten Tag des Lagers wurde auch dem kleinen Städtchen Ingelfingen ein Besuch abgestattet. Beim Dorfspiel galt es über Tauschgeschäfte vom Startkapital einer Wäscheklammer auf einen möglichst wertvollen Gegenstand zu kommen. Die Ingelfinger Einwohner entpuppten sich als sehr Gastfreundlich und so manch eine Gruppe leistete mit diesem Spiel einen wertvollen Beitrag zur Verpflegung auf dem Zeltplatz. Nach dem Abendessen fand noch der Duell-Abend statt, an dem die Jungschärler sich gegenseitig zugelost wurden und sich in kleinen Spielen duellierten.

Als roter Faden durch das Lager zog sich unser Thema der zehn Gebote bzw. Gottes Regeln für ein gutes Zusammenleben. Das wurde anhand einer entstehenden Westernsiedlung vorgespielt, wo erste Gesetze noch beschlossen und an die Saloontür genagelt werden mussten. Den Daltons fielen aber immer neue Gaunereien ein, so dass der Stadtrat aus dem Gesetzeschmieden gar nicht mehr herauskam. Zur Unterbrechung der Lagerroutine stand am Nachmittag/Abend eine kurze Autofahrt und ein längerer Spaziergang an, bis alle drei Gruppen an ihrem Biwakplatz ankamen und eine Nacht unter freiem Sternenhimmel verbrachten.

Am nächsten Morgen wurde die Wanderung fortgesetzt und die Gruppen trafen am Ufer der Kocher wieder zusammen. Weiter sollte es nun auf dem Wasser mit geliehenen Kanus gehen. Die gut zwei Dutzend Kanus versuchten sich aber lieber gegenseitig zu versenken, und die Ruder wurden mehr zum Spritzen genutzt als zum Paddeln. In weiser Voraussicht hatte das Team aber den Ausstieg flussabwärts eingeplant, so dass die Boote zumindest durch die Strömung dem Ziel stetig näher kamen. Dieses Ziel war das Freibad in einem Nachbarort, wo die Wasserschlacht quasi fließend fortgesetzt werden konnte.

Auf dem Rückweg zum Zeltplatz machten wir dann noch an der Burgruine halt, wo nach einer Episode Daltons mit Lug & Trug die Andacht um die Frage kreiste welche Abmachung gilt und wer zu seinem Wort steht. Ein Mann, ein Wort heißt es – und es ist doch super, als jemand bekannt zu sein, der zu seinem Wort steht (evtl. auch dadurch dass er dieses Wort nicht leichtfertig gibt). Muss man allem misstrauen was Ihr sagt, oder seid Ihr jemand auf den man sich verlassen kann? Ihr selber entscheidet, was für eine Art Mann Ihr werden wollt! Das geht nicht auf Anhieb, aber mit Gottes Hilfe kommen wir Stück für Stück dorthin, und hoffentlich hat der ein oder andere Teilnehmer schon die ersten Schritte auf diesem Weg gemacht.

Der Freitag stand dann nochmal ganz im Zeichen des wilden Westens. Bei einer Cowboyolympiade konnte jeder zeigen, welche Fähigkeiten er sich im Laufe der Woche angeeignet hatte. Und neben der täglichen Schlägerei im Saloon (denk doch bitte mal EINER an den Klavierspieler!), durfte auch ein Postkutschenraub nicht fehlen. Mit Anbruch der Dunkelheit ging es dann wieder ins Gelände und es galt Münzen an den Patrouillen der Leiter vorbei zu schmuggeln. Hier konnten sich nochmal alle so richtig verausgaben um dann zum letzten Mal todmüde in die Schlafsäcke zu kriechen.

Am Samstag war es dann Zeit, die Zelte abzubrechen und den Lagerplatz zu räumen. Zuvor erlebten wir aber noch ein letztes Anspiel mit den Daltons. Die hatten wirklich Schwierigkeiten sich die ganzen Gesetze und Gebote zu merken – geschweige denn zu halten. Aber Hand aufs Herz, wer von Euch die diese Zeilen lesen kann jetzt direkt alle 10 Gebote aufsagen? Umso schöner dann zu erfahren dass nicht Gesetz und Strafe, sondern Gottes Gnade und Barmherzigkeit das letzte Wort haben. Der hat ja durch Tod und Auferstehung seines Sohnes schon längst unsere Schuld abgegolten, was aber nicht heißt dass wir uns nicht weiter bemühen müssten, die Gebote zu halten. Und für die mit schlechtem Gedächtnis, wie die Daltons, hat er ja alle Gebote im Doppelgebot der Liebe zusammengefasst (nachzulesen unter Matthäus 22). Und das geht auf, denn wenn man Gott von ganzem Herzen liebt wird man (1) keine Götter neben ihm haben, (2) keine Bildnisse anbeten, (3) seinen Namen nicht missbrauchen, (4) seinen Feiertag heiligen. Und wenn man seinen Nächsten liebt wie sich selbst wird man (5) seine Eltern ehren, (6) nicht töten, (7) nicht die Ehe brechen, (8) nicht stehlen, (9) nicht lügen und (10) nicht begehren was diesem Nächsten gehört.

Mit diesen Gedanken reckten wir zum Abschied weit mehr als zehn Fäuste für ein Hallelujah in den Himmel und traten die Heimreise an. Es bleibt noch Danke zu sagen allen Helfern und Unterstützern aus dem CVJM, allen Eltern die uns Ihre Jungs anvertraut haben, der Ortschaft Ingelfingen für den Zeltplatz, dem Förster für das freundliche Wegsehen, dem Kanuverleih für ein paar unvergessliche Stunden auf dem im Wasser (die Tipps zum Kanu versenken waren Gold wert), zumeist aber Danke unserem Gott für viel Segen und Bewahrung und nicht zuletzt das gute Wetter dass wir nach dem ersten Abend umso mehr genießen konnten. Danke Euch allen.

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